Kanada richtet die Woodrise 2025 aus und zeigt, wie Holz das nachhaltige Bauen prägt
Holz feiert in modernen Städten ein Comeback – und diese Dynamik war deutlich zu spüren, als Vancouver, Kanada, vom 22. bis 25. September die Woodrise 2025 im Vancouver Convention Centre West ausrichtete. Organisiert von FPInnovations und internationalen Partnern, zeigte der Kongress, wie eines der ältesten Baumaterialien der Welt dank neuer Technologien und moderner Bauverfahren neu gedacht wird.
Klimaziele und Wohnungsbedarf
Im Mittelpunkt der Woodrise 2025 stand die Idee, dass Massivholz drängende Herausforderungen lösen kann: Es senkt CO₂-Emissionen, schafft zusätzlichen Wohnraum und erhöht die Resilienz.
Von Organisationen wie Think Wood unterstützte Studien schätzen, dass ein höherer Holzanteil im Bau jedes Jahr 21 Millionen Tonnen CO₂ einsparen könnte – so viel wie 4,4 Millionen Autos weniger auf den Straßen. Zwar handelt es sich um Branchenprognosen und nicht um peer-reviewte Daten, dennoch unterstreichen sie das mögliche Potenzial von Holz für die Klimaziele.
Das Programm griff technische Themen wie Brandschutz, Erdbebenresistenz und Kapazitäten in der Lieferkette auf. In Panels wurde außerdem diskutiert, wie das geringere Gewicht von Holz Aufstockungen erleichtert und damit zusätzliche Etagen auf bestehende Gebäude bringt – eine direkte Antwort auf den dringenden Bedarf an bezahlbarem Wohnraum in wachsenden Städten.
Holzinnovation setzt sich durch
Delegierte aus mehr als 25 Ländern machten deutlich, dass Architekt:innen, Ingenieur:innen und Entscheidungsträger:innen weltweit auf Holz als praktisches Instrument für nachhaltiges Wachstum setzen. Die technischen und regulatorischen Hürden variieren zwar regional, doch die Fragen ähneln sich – und die Lösungen schreiten schnell voran.
Deutschland gehört zu den Vorreitern im modernen Holzbau. In Hamburg hat der kürzlich fertiggestellte Roots-Turm als höchstes Holzgebäude des Landes neue Maßstäbe gesetzt und gezeigt, dass Holz heutige Hochhausstandards erfüllt. In Karlsruhe soll ein geplantes 90-Meter-Hybridhochhaus noch einen Schritt weiter gehen – ein Signal dafür, dass Holz vom Experiment in die reguläre Stadtplanung rückt.
Frühere Projekte wie der Prinz-Eugen-Park oder die Lynarstraße haben bewiesen, dass Massivholz auch im Quartiersmaßstab funktioniert und damit das Fundament für die heutigen, größeren und komplexeren Vorhaben gelegt.
All diese Beispiele stehen für eine breite Renaissance. Holz ist längst nicht mehr nur ein Material für Klein- oder Versuchsprojekte, sondern eine erprobte Option für dichte Städte, die schneller, grüner und widerstandsfähiger bauen wollen.